Philosophieren mit Kindern. „Was willst du mal werden?“ „Ich weiß nicht. Irgendwas mit Krawatte.“ Das spannendste am Fragenstellen ist, wenn man eine Antwort bekommt, mit der man nicht gerechnet hat.

Besonders schön ist es, wenn dich die Antwort selbst zum Nachdenken bringt. Leider hat man nicht oft die Möglichkeit, eine Gruppe von Menschen mit Fragen zu „löchern“ und ganz genau auf die Antworten zu hören. Umso schöner, dass wir, die G2, im Zuge des Deutschunterrichts, genau diese Möglichkeit bekommen haben. Wir sind an die Elias Holl Grundschule gegangen und haben den Kindern philosophische Fragen gestellt. Und das alles, weil wir so fasziniert von dem Buch „Warum gibt es alles und nicht Nichts?“, von Richard David Precht waren. In dem Roman philosophiert er einen Sommer lang mit seinem Sohn.

Wir wollten herausfinden, wie wichtig für uns als Lehrer  das Philosophieren mit Kindern ist und bekamen tolle Antworten, von den Kindern.

 

Welche Fragen stellt man Grundschülern?

  • Wie ist die Welt entstanden?
  • Glaubst du an etwas?
  • Was passiert, wenn man stirbt?
  • Warum bist du du?
  • Darf man Menschen verletzen?
  • Sind manche Menschen wichtiger/besser als andere?

 

 

Welche Antworten bekommt man von Grundschülern?

 

„Eigentlich ist die Welt wie Monopoly.“

„Gott hält die Welt in seiner Hand und beschützt sie. Die Sonne ist sein Auge.“

„Wenn man etwas Gutes tut, bekommt man einen Pluspunkt, wenn man etwas Schlechtes tut, bekommt man einen Minuspunkt. Am Ende wird abgerechnet.“

„Am Ende ist jeder Mensch Mensch.“

„Ronaldo ist als Panini Bild mehr wert als Ibrahimovic, aber kein besserer Mensch.“

„Rache führt nur wieder zu Rache.“

 

 

Wieso können Kinder frei über so wichtige Dinge reden? Warum tun sich Erwachsene so schwer, wenn sie sich Gedanken über die Welt machen sollen?

 

Mit diesen Fragen im Hinterkopf  wollten wir herausfinden, wie Erwachsene auf dieselben Fragen antworten, wenn wir mit ihnen auf dem Rathausplatz philosophieren.

Hier einige Antworten, die man von Erwachsenen bekommt.

„Der Wert eines Menschen definiert sich nicht über sein Dasein.“

„Meine Seele gehört dem Gott, der sie findet.“

„Meine Frau hat mich 50 Jahre umerzogen und jetzt sagt sie, ich habe mich total verändert.“

„Ich glaube an die menschliche Dummheit und dass es morgen wieder hell wird.“

„Ich glaube an mieses Karma.“

„Jeder hat die gleiche Berechtigung da zu sein.“

„Warum ist Nichts Nichts?“ (Zitat vom König von Augsburg auf die Frage „Warum bist Du, Du?“)

 

Alles in allem  waren sind wir begeistert von unserem Projekt „Philosophieren mit Kindern“. Wir haben sowohl von den Grundschülern, als auch von den Erwachsenen erstaunliche und teilweise wunderschöne Antworten bekommen.

Danke auch an Frau Bregulla, die uns ein so freies Arbeiten ermöglicht hat.

Unser Schlussresümee ist: Jeder Lehrer kann und sollte vielleicht mit seinen Schülern philosophieren, denn gerade in der heutigen Zeit sollten wir die charakterliche und persönliche Bildung nicht in den Hintergrund verschwinden lassen. Wir sollten sie in den Vordergrund stellen!

Wenn einem das eine oder andere Augenöffnen nicht reicht, dann ist der Spaß und die Freude der Kinder und vielleicht auch des Lehrers auf jeden Fall ein Grund, ein bisschen Philosophie in den (Schul-)Alltag zu bringen.

 

Der Poet

 

Philosophie

 

Ein Blick,

In die Augen eines Kindes,

Wenn es erkennt.

Erkennt, was es immer schon gewusst hat,

Erkennt, was es nicht geahnt hat,

Wenn das Kind erkennt,

Dass man Nichts sicher wissen kann.

Das Funkeln in den Augen eines Mädchens zu sehen,

Wenn sie erkennt, dass ich ihr zuhöre.

Der Poet

  

 

 

Wir verwenden Cookies!

EU-Richtlinie zu Cookies: mehr erfahren ...

Ich akzeptiere!