Die Vernissage zum Abschluss der Werkstattwoche des 3. Ausbildungsjahres begann mit einer verzweifelt ausgerufenen existentiellen Frage in der zauberhaft ausgeleuchteten Kapelle.

 

Die Kapelle ist in lila und blaues Licht getaucht. Der Raum wirkt irgendwie mystisch. Kleine Menschentrauben haben sich im Raum verteilt und murmeln leise miteinander. Es liegt eine gewisse Spannung in der Luft, als wolle man sagen „Was kommt wohl als Nächstes?“.

Die Kappelle erstrahlte.

IMG-20170511-WA0003
IMG-20170511-WA0002
IMG-20170511-WA0004

 

Plötzlich hört man laute und leise Stimmen das Wort „WARUM“ rufen, immer wieder. Auch in den Gesichtern der Gäste spiegelt sich das Wort „WARUM“ wider.


Studentin Ulrike Wankel (T1) trat nun in den Vordergrund und begrüßte im Namen der Künstler des 3. Ausbildungsjahres die Gäste des Abends. Die Frage nach dem „WARUM“ stellt sich uns überall: Warum leben wir so wie wir leben? WARUM Lehrer werden oder auch WARUM eigentlich Kunstunterricht an Schulen? Warum wähle ich gerade dieses Bildmotiv in dieser Technik? Diese Fragen stellten sich den Studenten des 3. Jahres in der Werkstattwoche und dies machten sie zu ihrem Thema: WARUM.
Unser Schulleiter, Herr Hofmann, stellte dann auch konsequent die Frage: „WARUM soll ich was sagen? WARUM soll ich Sie begrüßen?“, als Ulrike Wankel ihm das Mikrofon übergeben wollte.  „Weil es sich so gehört!“ war die Antwort. Er eröffnete die Vernissage mit dem Wunsch, dass es gute Kommunikation zwischen den Gästen, Studenten und Dozenten geben solle und wies darauf hin, dass die Bilder durch Verhandlung zum Verkauf stehen. Herr Hofmann entließ die Gäste mit der Frage „WARUM könnte der Abend schön werden?“ auf ihren eigenen Weg durch die Ausstellung.

Die Künstler selber haben die verschiedensten Themen zu ihren Werken inspiriert. Vom „gestörten Essverhalten“ über ein „Mehrgenerationenhausprojekt“ bis hin zum reinen Interesse, etwas Neues auszuprobieren.
Sehr kreativ, mit der Idee Papierarten mit Speichel zu bearbeiten, zeigte sich die Studentin Sophie schon am Eingang des Staatsinstitutes. Ein Beamer zeigte einen Film von ihr, in dem sie die verschiedensten Papierarten kaute und  mit Speichel befeuchtete, um anschließend ein Kunstwerk daraus zu gestalten. Sie sagt im Interview von sich selbst, dass sie auf jeden Fall eine Entwicklung während der Zeit am Institut durchlebt hat.

Eine weitere Studentin machte sich die Drucktechnik, die sie im 2. Jahr im Unterricht intensiv durchgenommen hatte, zum Thema. Sie experimentierte mit selbst gebastelten Moosgummistempeln und druckte sogar auf einem mit Klebeband abgeklebten Biertisch. Nach eigener Aussage hat sie sich von einer Perfektionistin zu einer gelasseneren Studentin in den letzten Jahren entwickelt und empfindet dies als positive Wandlung.

Ulrike Wankel (T1) wollte vor allem ihren Eltern mithilfe der Bildhauerei das Mehrgenerationenhausprojekt vor Augen führen. Sie schnitzte unterschiedliche Generationen als Bilder in mehrere Baumstämme. Persönlich empfand sie es während der Werkstattwoche als sehr angenehm, etwas wirklich Eigenes entwerfen zu können. Auch  Themen wie „Heimat“ in Aquarelltechnik oder Tiere (zum Beispiel Kühe und Löwen) in Acryltechnik spielten eine große Rolle an diesem Abend.  (Zur Werkstattwoche des 3. Ausbildungsjahres)


Unter den Gästen waren sowohl Angehörige und Freunde der Studenten, als auch die Lehrer der Künstler, die sich interessiert um die Werke scharten. Die Besucher Marianne Mars mit Begleitung ließen sich von dem Bild „DREI KÄLBER?“ fesseln: „Der Künstler möchte den Betrachter vielleicht bewusst zum Bild hinführen, durch diese motivierenden Flecken. Man merkt eindeutig die Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung“ Frau Tina Fendt und Herr Kai Heim versuchten, die Gründe für die einzelnen Ergebnisse ihrer Studenten und die unterschiedlichen Techniken zu ergründen, indem Sie lange vor bestimmten Bildern standen und philosophierten: „Uns sprechen sehr viele der Werke an.“

Frau Oberdieck äußerte sich zur Entwicklung ihrer Schützlinge:
„Natürlich entwickeln sich die Studenten. Für einen Dozenten ist es eine sehr spannende und bereichernde Erfahrung in jedem Ausbildungsjahr die individuellen Entwicklungsschritte zu beobachten und zu begleiten.“
Und Herr Kröner meinte: „Dieser Jahrgang hat das in der Toskana Erlernte, nämlich eine Vernissage zu organisieren und zu gestalten, hervorragend umgesetzt. Es besteht eine große Vielfalt dadurch, dass jeder sein eigenes Ding macht und das ist auch gut so. Ich bin stolz auf meine Studenten!“ (Zur Werkstattwoche des 3. Ausbildungsjahres)

Das sind doch aufmunternde Worte!
Und somit wünschen wir den Künstlern des 3. Ausbildungsjahres alles Gute und ein weiteres, inspirierendes Jahr am Staatsinstitut.

Von Marie Feldigel (G1)


18275056102117152743318634160932408248951286n
12
11
10
91---Kopie
8
6
5
3
1

Bilder: Carina Hofmann (G1)

 

Zur Werkstattwoche des 3. Ausbildungsjahres