Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne. (Jean Paul)


Bei unserem Literaturprojekt im zweiten Ausbildungsjahr trifft dieses Zitat in ganz besonderem Maße zu: Die fernen Welten, denen wir hier begegnen, sind gegenwärtig für uns tatsächlich nur in Gedanken zu erreichen: Rafik Schamis Roman Sophia oder Der Anfang aller Geschichten spielt in Damaskus.

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Syrien scheint zwar allgegenwärtig zu sein in den Nachrichten, wir verbinden es mit entsetzlichen Bildern eines mordenden IS Terrors, verwüsteten Städten und Kulturstätten und einer Flüchtlingswelle von Verzweifelten, die in Europa Schutz suchen. Asylunterkünfte entstehen in unserer Nachbarschaft, wir begegnen nun täglich Menschen aus einem fremden Kulturkreis, von denen uns offensichtlich nicht nur die Sprache trennt, sondern auch die Lebensweise, das Brauchtum, die Religion. Und doch spüren wir, dass es auch vieles gibt, was uns verbindet: Der Wunsch nach einer sicheren, freien Existenz, einem Dach über dem Kopf, einer Zukunftsperspektive. Nach Lachen und Feiern und Unbeschwertsein. Das Streben nach Glück, wie es in der Amerikanischen Verfassung verankert ist, scheint uns alle anzutreiben, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht.

Rafik Schami erzählt in seinem aktuellen Roman von der Kraft der Liebe, er nimmt den Leser mit nach Syrien in der Zeit von 1927 – 2011, lässt ihn durch die Gassen von Damaskus wandern, in die Cafés und auf den Bazar, er öffnet ihm verschlossene Türen zu privaten Gärten und  Wohnhäusern, erklärt ihm die Gesetze der Sippe, das Zusammenleben zwischen Moslems und Christen, ja er gewährt ihm sogar Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt seiner Protagonisten. Und so hilft uns das Lesen vielleicht, den syrischen Flüchtling, der in den Nachrichten seltsam anonym bleibt,  den Fremden aus der Asylunterkunft  als Menschen mit Wünschen, Träumen, Sehnsüchten und Ängsten wahrzunehmen. Dies ist eine der Aufgaben von Literatur, immer dann, wenn sie über pure Unterhaltung hinausgehen möchte.

Rafik Schami versucht beides zu verbinden: Es handelt sich um einen spannenden Kriminalroman, um eine Liebesgeschichte, aber eben auch um ein Buch, das uns die aktuelle politische Lage besser verstehen lässt.

 

Graphik Novel zum Roman:

 

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 "Den Menschen als solchen sehen..."
Reflexionen zu Rafik Schamis Roman "Sophia oder der Anfang alles Geschichten"

 

Im Rahmen des Deutschunterrichts befassten sich  die Gruppen W1 und W2 des Staatsinstituts anhand des Buches "Sophia - oder der Anfang aller Geschichten" von Rafik Schami mit der Geschichte, der aktuellen politischen Lage, den Religionen und Ethnien und der Kultur Syriens. Uns Studierenden wurde durch die Vorträge, die wir selbst vorbereiteten und uns gegenseitig vortrugen, das auf Fakten basierende Hintergrundwissen und durch Erfahren von Kunst, Musik und des traditionellen syrischen Essens Syriens Kulturgut auf einem emotionalen Weg begreifbar gemacht.
Durch die langfristige und intensive Beschäftigung mit dem Land, mit dem nur noch negatives, wie Krieg, Flucht, Terrorismus und Tod verbunden werden, wurde uns ein Bewusstsein dafür geschaffen, wofür Syrien sonst noch steht bzw. einst stand: Ein reiches Kulturgut, eine Vielfalt von Ethnien, Tradition, Lebensgenuss und Menschen wie wir, die ihre Religion friedlich ausleben wollen.
Dieses Projekt prägte unser aller Bild von Syrien und machte uns auf schockierende Weise deutlich, was die syrischen Flüchtlinge, die nun Tür an Tür mit uns in Deutschland leben, alles verloren haben.

Für mich ist das Land Syrien, das man sonst hauptsächlich aus den Nachrichten kennt, um einiges näher gerückt. Ich habe verstanden, was in diesem Land los ist und wie es zum Bürgerkrieg kommen konnte, aber leider auch, dass die problematische Situation ziemlich schwierig zu lösen ist. Mir war im Vorhinein nicht klar, wie umfangreich und unterschiedlich die Religionszugehörigkeiten in diesem Land sind und welche Spannungen dadurch entstehen. Auch was die Lage und die Entstehung des Landes angeht, war ich vorher kaum informiert. Durch die Referate hat sich jede Woche ein weiteres Teil zu dem „Puzzle Syrien“ hinzugefügt. Durch die Kombination von Buch und Vorträgen habe ich das Gefühl, das Land ein bisschen besser zu kennen und zu verstehen. Nicht nur die geografischen und politischen Themen waren sehr interessant, vor allem die kulturellen Aspekte haben dazu beigetragen, dass man ein Bild von den Menschen des Landes bekommt. Man hat kulturelle Unterschiede festgestellt, aber wurde durch die andere Kultur auch begeistert und fasziniert. Es hat dazu beigetragen, dass man andersartige Kunst, Religionen, Lebensweise und Bräuche kennenge- lernt und im besten Fall sogar schätzen gelernt hat. Mein Horizont hat sich dahin verändert, dass ich denke, dass ich die Menschen aus diesem Kulturkreis mehr verstehe und dadurch auch erkenne, wie schwer es für sie sein muss, im Gegensatz zu ihrer Kultur unsere Kultur zu akzeptieren und zu leben, wenn sie zu uns flüchten.

Meine Einstellung zum Thema Flüchtlinge ist weitestgehend dieselbe geblieben. Auch wenn man dem Thema mittlerweile ab und zu doch etwas skeptisch oder ängstlich gegenüber-steht, war und bin ich offen für Menschen aus anderen Ländern und deren Kulturen und absolut der Meinung, dass Menschen, die in solcher Not leben, geholfen werden soll. Da meine Nachbarn selber Flüchtlinge sind und zwar aus Afghanistan, fand ich das Thema „Flüchtlinge“ und die fernöstliche Kultur besonders interessant. Ich konnte Parallelen zu dieser Nachbarsfamilie finden und auch deren Verhalten und Eigenarten teilweise besser nachvollziehen. Ich denke, dass die Beiträge und das Buch uns geholfen haben, die „Flüchtlinge“ mehr als Menschen wahrzunehmen als als Figuren aus den Nachrichten und deren Kultur zu akzeptieren. Es hat geholfen, zu verstehen, dass es für diese Menschen sicherlich auch nicht die Wunschvorstellung ist, ihr Zuhause zu verlassen, sie aber mehr oder weniger gezwungen sind und damit auch gezwungen sind, andere Werte und unsere Kultur anzunehmen. Man hat eine Vorstellung bekommen, wie unterschiedlich unsere Kulturen doch sind und könnte sich wahrscheinlich selber teils schwer vorstellen, in der jeweils anderen zu leben. Ich denke, dass unser Projekt dazu beigetragen hat, durch Hintergrundwissen und Diskussionen, dem Thema „Flüchtlinge“ offener gegenüberzustehen.

Sabine Weidemann


Schon immer habe ich zwar verstanden, warum Menschen aus Syrien keine Möglichkeit mehr sehen, unter gegebenen Umständen in ihrer Heimat zu verweilen. Niemand verlässt sein Land und sein vertrautes Leben gern für eine ungewisse Zukunft unter unbekannten Umständen und nimmt leichten Herzens die Gefahren und Beschwerlichkeiten einer Flucht auf sich.
Und trotzdem fiel es mir schwer, mich mit dem Menschen als Einzelnen zu identifizieren. Im Vordergrund stand trotz meiner Bemühungen der Flüchtling und nicht der Mensch als solcher. Ein Mensch wie ich selbst.
Dies lag an fehlendem Wissen, bzw. an der einseitigen Auseinandersetzung mit der politischen Lage, welche in aller Ausführlichkeit von den Medien auseinandergenommen wird. Am Ende des Projektes kann ich nun mehr den Menschen als solchen sehen. Und infolgedessen fühle ich mich emotional verbundener. Kleine Barrieren und Berührungsängste, die aus bloßer Unwissenheit resultierten, sind beseitigt worden.

Sofie Demmeler

Weil wir uns mit dem Buch nicht nur außerschulisch, sondern auch während der Unterrichtszeit beschäftigt haben, konnten wir vieles mit unseren Mitstudierenden diskutieren und analysieren. Durch diese ständige Auseinandersetzung nicht nur mit dem Buch, sondern auch mit dem Hintergrund der Handlung las ich das Buch gerne und aufmerksam. Ich kannte es bisher nicht, mich so intensiv mit einem Buch zu beschäftigen, dieses Vorgehen bereitete mir Freude und weckte Interesse am Lesen und Diskutieren.
Unsere Einstellung zu Flüchtlingen war zwar von vornherein schon positiv, durch unser Projekt wurden wir aber nochmals in meiner Meinung bestärkt. Familien aus anderen Ländern, sei es Syrien oder ein anderes Kriegsland, sollten das Recht haben, in Freiheit und in Sicherheit zu leben.  Unsere Aufgabe sollte es deshalb sein, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Natürlich kann man Menschen nicht verallgemeinern, doch der größte Teil, der zu uns kommt, flieht vor Krieg, also wollen sie in Frieden leben und sich normalerweise auch integrieren.

Jaqueline und Elias

Vor unserem Projekt habe ich zwar ab und zu die Nachrichten verfolgt und mich ein wenig mit Flüchtlingshilfe beschäftigt, habe aber keine tieferen Hintergrundinformationen gelesen oder mich besonders stark damit auseinander gesetzt. Auch wenn ich sehr offen gegenüber neuen Kulturen bin und nicht grundsätzlich et was gegen die Flüchtlinge hatte, habe ich durch die Diskussionen in den Medien auch ein unwohles Gefühl für die neue Situation entwickelt, die Thematik jedoch eher aus meinen Gedanken verdrängt.
Durch das Beschäftigen mit den Hintergründen, aber vor allem auch die Einblicke in deren Kultur oder in die Geographie des Landes, habe ich zum ersten Mal begonnen,  mich tiefer mit dem Thema zu beschäftigen. Zum einen wurden mir dadurch politische Zusammenhänge klarer, zum anderen habe ich ein Land in seinen verschiedenen Facetten kennengelernt. Dadurch konnte ich die Flucht der Syrer besser nachvollziehen und habe statt des unwohlen Gefühls nunmehr Verständnis für diese Menschen.

Katharina Hetzer, W2


Für meine Präsentation beschäftigte ich mich intensiv mit der Arabisch/Syrischen Küche und probierte viele neue Rezepte aus. Sehr überrascht haben mich die bunte Vielfalt an Gewürzen und Kräutern und auch die syrische Esskultur. Während man in Europa meist nur an Feiertagen mit der ganzen Familie ausgiebig isst, speisen syrische Familien jeden Tag im großen Kreis zusammen. Sie kochen miteinander und feiern Feste.  Des Weiteren hörten wir  arabische Musik, und erfuhren vieles über die syrische Kunst. Für mich war es ein intensiver, interessanter Einblick in eine für mich ganz fremde Kultur mit vielen Traditionen.

Durch das Wissen über Syrien und die Entwicklung im arabischen Raum hat sich auch mein Bezug zur aktuellen Flüchtlingssituation verändert. Fragen, wie „Warum ist dort überhaupt Krieg?“, „Wer führt den Krieg?“, „Wie kann man die Situation in Syrien beruhigen-was ist das Schlüsselelement für Frieden?“ wurden mir allmählich beantwortet. Durch die neuen Erfahrungen wurde mir erst bewusst, wie sehr die Menschen in Syrien leiden. Verantwortlich dafür ist der  IS (Islamischer Staat), welcher  das syrische Volk unterdrückt, mittelalterliche Prinzipien verfolgt und eine ideologische Denkweise anstrebt.  Aber auch das Prinzip der Sippe stellt ein großes Problem in Syrien beziehungsweise im Islam dar. Bis hin zu höheren Gesellschaftsschichten, wie die des Regimes unter Assad, hält man am Prinzip der Sippe fest. Die Vernetzung von Buchinhalt, Präsentation und aktueller Situation führten zur Bildung einer eigenen Meinung und einer neuen Sichtweise.

Mir wurde während des Projekts mehr bewusst, dass jeder Mensch, der auf der Flucht ist, Heimat, Familie, Kultur und sein Land „verloren“ hat. Jeder Flüchtling hat seine individuelle Lebensgeschichte, wie wir auch. Jeder Mensch strebt ein „normales Leben“ an, wie auch wir.  Dass dies so schwer ist, für die meisten Syrer ist mir nun transparenter geworden.  Das einzige, was die Menschen noch zusammenhält ist vermutlich die Liebe, wie auch in Rafik Schamis Roman deutlich wird.

Anna Schmalz

Ich glaube, dass ich meinen Horizont durch das Projekt in vielerlei Hinsicht erweitern konnte, besonders im Bezug auf andere Religionen. Das Projekt hat mich insgesamt noch offener für andere Kulturen gemacht, und mir erneut gezeigt, dass man seine Meinung über Andere nicht auf Vorurteilen oder möglichen Ängsten vor neuem aufbauen sollte. Ansonsten verbaut man sich die Möglichkeiten, die einem andere Kulturen bieten können.
Mit Flüchtlingen war ich bereits vor dem Projekt vertraut, was daran liegt, dass bei mir im Ort bereits seit einiger Zeit Flüchtlinge untergekommen sind. Weil diese sich von Anfang an gut eingelebt haben und ich bisher keinerlei negative Erfahrungen mit ihnen gemacht habe ist man früh mit den Menschen ins Gespräch gekommen, wenn auch manchmal auf Englisch oder in etwas gebrochenem Deutsch. Zu sehen,  dass Flüchtlinge auch nur ganz normale Menschen wie wir sind, die eben leider eine schwere Zeit hinter sich haben hat mir geholfen,  diese zu akzeptieren und zu verstehen.

Sebastian Trieb


Unsere Aufgabe war es im Deutschunterricht, uns mit dem Buch „Sophia, oder der Anfang aller Geschichten“ von Rafik Schami zu befassen. Doch wie nah uns das Buch letztendlich geht, hat wohl vorher keiner geahnt. Das Buch beschreibt vergangene Zeiten in Syrien bis zum Arabischen Frühling. Und wir haben schließlich festgestellt, dass wir auch mitten drin in dieser schwierigen Lage sind. In Syrien herrscht Krieg, und das schon sehr lange Zeit. Die Auswirkungen und Folgen sind bereits bei uns in Europa zu spüren, dazu kam auch eine fremde Kultur fast plötzlich zu uns nach Hause, nämlich die (Kriegs-)Flüchtlinge. Durch das Buch wurde uns erst bewusst, wie schlecht es diesen Menschen doch geht. Sie müssen aus ihrer Heimat fliehen, in der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern gelebt haben, in ein völlig fremdes Land, mit nur einem Bruchteil ihrer Habseligkeiten – oftmals allein oder nur mit einem Teil ihrer Familie. Ob sich unser Horizont verändert bzw. erweitert hat? Ja, denn nun können wir uns ein bisschen besser in diese Menschen versetzten.

Janina und Julian

 

Themen, die wir in Verbindung mit Rafik Schamis Roman bearbeitet haben:

1. Der Schriftsteller Rafik Schami: Interessantes Video: Druckfrisch: Rafik Schami / Sophia

2. Syrien (Lage, kurzer geschichtlicher Überblick, Regionen…)

3. Schwerpunkt Damaskus (Lage, Geschichte, Sehenswürdigkeiten, aktuelle Situation…)

4. Religionen und Ethnien in Syrien (Sunniten und Alawiten, Drusen, , Christen, Kurden Palästinenser, Beduinen,…), Geschichte, Zusammenleben einst und heute

5. Politische Situation (Geschichte, aktuelle Situation)

6. Musik (Tradition, Musikverbot im Islam, die Oud)

7. Kunst (islamische Kunst, Bilderverbot im Islam, Kunsthandwerk, moderne Kunst in Syrien)

8. Ibn Arabi: Philosoph und Dichter, Sufismus

9. Arabische Literatur (Nasreddin Hodscha, Rumi, Khalil Gibran, Erzählungen aus 1001 Nacht)

10. Syrische Küche

 



Vielleicht hat  ja jemand  Lust  auf diese Lektüre bekommen?

Rafik Schami: Sophia oder Der Anfang aller Geschichten
Erscheinungsdatum: 24.08.2015
480 Seiten
Hanser Verlag
ISBN 978-3-446-24941-7

Wir werden nach und nach die Ergebnisse unserer Recherchearbeit hier im Kulturblog veröffentlichen und so ein vielfältiges Bild der arabischen Kultur entstehen lassen.



Der Schriftsteller Rafik Schami

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Leben
• 1946…………………kommt zur Welt als Suheil Fadél in Damaskus, Syrien
• 1965 – 1970…........   Gründung und Leitung der Widerstandzeitung „Al-Muntalek“
• 1971……………..... . wandert in die Bundesrepublik aus
• 1971-1979…………...Aushilfsjobs und Fabrikarbeiten während des Chemiestudiums
• 1982………………….freier Schriftsteller in der Pfalz
• 1991.…………………Heirat mit der Autorin und Schriftstellerin Root Leeb
• 1992………………….Sohn Emil kommt zur Welt

Literarische Bedeutung
Rafik Schami ist mit seinem einzigartigen Erzählstil der multikulturellen Literatur einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Bisher sind von ihm 69 Bücher in unterschiedlichsten Genres erschienen. Sein Repertoire geht von Kinderbüchern über gesellschaftskritische Romane hin zu politischen Veröffentlichungen. Mit zahlreichen seiner Bücher leistet er einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung.

Hauptthemen:
-    Migrantenleben in Deutschland
-    Arabische Welt                                                                                           

Recherche:   Sofie Demmler, W2      

 

Religionen und Ethnien in Syrien


Neben dem Libanon und Israel ist Syrien eines der am dichtesten besiedelten  Länder des Nahen Ostens. Neben unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sind auch die Religionen teils verschieden.
90 % der in Syrien lebenden Menschen sind Araber. Die dort wohnenden Kurden machen zwischen 9-12% der Bevölkerung aus. Weitere kleinere Volksgruppen sind die Armenier, Turkmenen, Tscherkessen, Beduinen und auch palästinensische Flüchtlinge.  
Die Hauptreligion des Landes ist der Islam, wobei dieser in verschiedenen Untergruppen aufgespalten ist, wie den Sunniten, den Schiiten und den Alawiten. Wegen verschiedener Auslegungen in Glaubensfragen erkennen sich die Strömungen gegenseitig nicht an. Weitere Glaubensgemeinschaften bilden die Drusen, die Christen und eine sehr kleine Anzahl an Juden sowie andere Minderheiten.


Sunniten
* Glauben: Islam
* Kalifen als Oberhaupt
* Mehrzahl der Muslime
Sunniten und Schiiten streiten sich um die Nachfolge Mohammeds, erkennen sich gegenseitig nicht an.


Schiiten
* Glauben: Islam
* Imam als Oberhaupt

Alawiten
* Konvertierung nicht möglich, von Geburt an
* Fasten und Moscheebesuch nicht zwingend
* Frauen tragen kein Kopftuch
* Erkennen Gesetz der Scharia nicht an

Drusen
* Glauben an Seelenwanderung
* Keine Konvertierung möglich
* „Geheimreligion“

Christen
* Glaube an Jesus Christus
* Oberhaupt: Papst, Patriarch


Trotz der Vielzahl an Bevölkerungsgruppen und Religionen schien das Zusammenleben in Syrien lange Zeit relativ friedlich. Seit jeher gibt es Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten, die sich auch weiterhin um die Nachfolge Mohammeds streiten. Auch die Forderung nach einem eigenständigen Kurdenstaat ist bestehender Streitpunkt. Trotzdem konnten Christen und Moslems Tür an Tür leben, Kirchen neben Moscheen stehen. Obwohl alawitischen Glaubens duldete der Diktator Baschar al-Assad zwar die verschiedenen Religionsausprägungen, unterdrückte mit seinen autoritären Führungsstil ansonsten aber sein eigenes Volk. Dies führte zu Widerstand und Unruhen in allen Bevölkerungsgruppierungen.
Durch die Entstehung des Bürgerkriegs, in dem auch der Konflikt zwischen den Religionen neues Feuer fängt, ist ein solches Zusammenleben nicht mehr möglich. Gruppen, wie der Islamische Staat lassen keine anderen Religionen zu.

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So kommt es zu Kämpfen gegen den Islamischen Staat, gegen das Assad Regime und der einzelnen Gruppierungen untereinander.


Recherche: Sabine Weidemann, W2
Illustration: Anna Weingärtner

 

Die arabische Musik

Vielleicht singen meine Innereien das Lied deiner Liebe. Das Hirn ist der Dirigent, das Herz der Schlagzeuger, die Lungen sind die Oegel, der Magen hat die Oud übernommen, die Gedärme trompeten, die Nieren pfeifen aud Flöten und mein Skelett spielt Yxlophon."                (Rafik Schami: Sophia oder Der Anfang alles Geschichten)

 Allgemein
* Ursprung in der arabischen Welt (Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon…)
* Kairo Zentrum klassischer Musik
* Ist ausdrucksstark (durch Melodik/Rhythmik)
* Töne werden variiert, rhythmisch völlig frei, hier bei uns kaum möglich (Taktvorgaben)
* Orchester wie bei uns gibt es nicht
* Instrumente der Volksmusik: Blas-, Saiten-, Schlag-  und Streichinstrumente)
* Traditionelle Instrumente (Laute, Oud (->Hörprobe), Zither, Spießgeige)
* Ab 19. Jahrhundert gibt es auch europäische Instrumente (Cello, Klavier, Kontrabass, Saxophon)
* Arab. Tonsystem Maqam, vergleichbar mit unseren Dur und Moll Tonarten
* Misst nicht technische Perfektion, sondern Ton, Gefühl, Verzierung
* Wir westlichen Musiker üben so lange bis wir es können, der Araber findet Zugang zur Musik durch ihre Seele

Die Oud
* Oud = Stängel oder Halm,  aus Holz,
* Ursprung nicht ganz geklärt
* Seit 10. Jahrhundert n. Chr. im arabischen Kulturkreis verbreitet (ab hier urkundlich erwähnt)
* Das O in Oud ist die Umschreibung des arab. Buchstaben àin = ein Kehllaut den nicht jeder aussprechen kann
* wird als Solo- und Begleitinstrument verwendet
* bundlose, gezupfte Kurzhalslaute mit abgeknicktem Wirbelkasten
* Korpus hat die Form eines längs halbierten Eies
* bespannt mit 5 Doppelsaiten und einer Einzelsaite (obere Nylon, untere Metalldraht)
* Es gibt zwei Arten der Oud, die türkische und die arabische.
* Gespielt wird sie mit einem Plektrum (früher Kiel einer Adlerfeder).

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Arabischer Frühling beinflusst die Musik
* kaum Musik auf den Straßen, man hatte Angst vor Repressalien
* Rapper probten hinter verschlossenen Türen oder im Keller (aus Angst vor Folter und Mord)
* Öffentliche Konzerte – kaum zu denken!
* Wende durch den arabischen Frühling:  Rap (-> Hörprobe), Hip Hop Bässe und Sprechgesang
* Mit der Revolution sind die noch meist jungen Rapper aus ihrem Schattendasein getreten
* In ihren Songs wird Kritik an den Herrschenden geübt (Wut, Frustration und Sehnsucht nach Freiheit)
* Es ging sogar soweit, dass die Rapper zum Aufstand aufriefen!

Musikverbot
* Seit dem 7. Jahrhundert streiten Rechtsgelehrte und Theologen, ob und wie sich Musik und Religion vereinbaren lassen
* Kritiker: Musik stehe im Widerspruch zu islamischen Prinzipien, sie verlockt zu Saufgelagen, verbotenen sexuellen Beziehungen und Prostitution.
* Hält Gläubige von den religiösen Pflichten ab
* Im Koran gibt es jedoch keine konkreten Anweisungen hinsichtlich der Musik
* Musik gilt in den fundamentalen Kreisen der islamischen Gesellschaft als „haram“ (Sünde), denn der Prophet Mohammed meint, es sei der Teufel gewesen, der den Menschen zum Singen angestiftet hat.
* Im Iran gab nach der Revolution 15 Jahre lang nur noch Kriegshymnen, traditionelle Lieder und seichte Instrumentalmusik
* Heute hat es sich das Verhältnis zur Musik im arabischen Raum aber im Großen und Ganzen entspannt, jedoch müssen sich die Sänger noch immer an Spielregeln und Tabus halten.


Recherche: Julian Heim    Arabische Musik    26.04.2016

 

 

KUNST IM ISLAM


Die Ausbreitung erfolgte von Spanien im Westen bis nach Indonesien im Osten, die schöpferische Zeit ging vom 7. bis 17. Jhdt., deshalb existieren viele verschiedene Stile.
Der wichtigste Bereich umfasst die Sakralbauten, also Moscheen mit Kuppeldächern, Minaretten, Innenhöfen mit Brunnen, Säulenwäldern, Arkadengängen, flächenfüllender Ornamentik als dominierender Schmuckform.        

Eine  Besonderheit des Islam ist das Bilderverbot: Menschen dürfen in religiösem Zusammenhang nicht dargestellt werden, deshalb wandte man sich der Ornamentik und kunstvoll geschwungenen Schriftzeichen zu.
Wegen des Bilderverbots sind Skulpturen und Malerei nicht relevant!

Eine Folge davon ist die Konzentration auf das Kunsthandwerk und das Ornament:

- bunte Keramikfliesen, hochentwickelte Mosaikkunst und prachtvolle Stuckarbeiten
- Lüster  und geblasene, bemalte Gläser, Keramikteller und -gefäße, Holz- und Elfenbeinschnitzereien
- Bronzearbeiten, wegen der Geringschätzung von Edelmetallen; Wassergefäße, Becken, Kerzenhalter
- Teppichknüpfkunst, vor allem Gebetsteppiche
- Buchmalerei, hauptsächlich zur Ausgestaltung des Korans

Allgemeines Erkennungszeichen der islamischen Kunst: flächendeckender Dekor.

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Fotos: Al Smek


Moderne Kunst in Syrien
   

In der moderne Kunst in Syrien sind häufige Themen:               

Krieg, Terror, Zerstörung, Todesangst, Flucht, aber auch Hoffnung.

Beispiel:
Tammam Azzam, Die Tanzenden von Matisse auf syrischer Kriegskulisse


Ouellen:
Kammerlohr - Kunst im Überblick, Oldenburg Verlag, 2004
Der Brockhaus - Kunst, Brockhaus Verlag, 2006

Recherche: Julia Wolff

 

Syrische Küche

~Kulinarische Tradition stiftet Identität und verortet, Essen kann Heimat sein, Kulinarik ist Kultur. In Syrien ist ein ganzes Land in Schutt und Asche gelegt, eine ganze Kultur zerbombt, Heiligtümer wie der 2000 Jahre alte Baal-Tempel in Palmyra wurden von der IS gesprengt, ein Volk ist auf der Flucht. Jene Menschen denen die Flucht gelungen ist bleibt oft nichts an Heimat, als Erinnerungen, ihre Lieder und Gedichte, ihre Küche.~

 

Als Abschluss unseres Literaturprojekts durften wir die wunderbare syrische Küche kennenlernen:

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Die beste Küche im Vorderen Orient

Die syrische Küche ist vielfältig, raffiniert, schmackhaft und pikant und gilt für viele als die beste Küche im Vorderen Orient. Aber welche Gerichte es gibt, wissen nur wenige in Deutschland.
Einflüsse nimmt die Syrische Küche vorwiegend aus den Nachbarländern und Libanon, Palästina, Türkei, Marokko, Griechenland. Zusammen bilden sie die orientalische Küche.

Hauptzutaten der syrischen Küche sind vor allem Weizen, Kichererbsen, Oliven, Tomaten, Aprikosen, Granatäpfel, Datteln und Feigen und als Kräuter und Gewürze Minze, Petersilie, Kardamom, Zimt, Safran, Sesam und Kreuzkümmel. Als Fleisch wird hauptsächlich Lamm und Geflügel verzehrt, an der Küste auch viel Fisch und Meeresfrüchte. Schweinefleisch ist in Syrien, wie in allen anderen moslemischen Ländern, tabu. Knoblauch, Zwiebeln und Olivenöl finden in fast allen syrischen Gerichten reichlich Verwendung.
Bedeutende Produkte der Landwirtschaft sind Getreide, insbesondere Weizen und Gerste. Hinzu kommen Aprikosen (weltweit drittgrößtes Erzeugerland), Feigen, Weintrauben, Oliven, Zitrusfrüchte und Gemüse (vor allem Tomaten). Der syrische Viehbestand umfasst vorwiegend Schafe, Ziegen, Rinder, Esel, Pferde und Hühner.
Durch die Einheit, die Syrien im Lauf der Geschichte mit Palästina und dem Libanon bildete, hat sich auch die Küche der drei Länder sehr ähnlich entwickelt. Es bietet sich also an, von einer Küche der Levante (die alte Bezeichnung für den Nahen Osten) zu sprechen, da die Parallelen  offensichtlich sind.

Eine Tafel, die vor Überfluss überzuquellen scheint

Charakteristisch für einen Restaurantbesuch in Syrien ist es, dass nicht jeder Gast separat seine Speisen bestellt, sondern gemeinsam eine Auswahl an Vorspeisen und Hauptgerichten geordert wird. Dadurch ergibt das Bild des Tisches als einer Tafel, die vor Überfluss überzuquellen scheint. Es ist durchaus üblich mehr zu bestellen, als man überhaupt essen kann, da Syrer auch ihren Gästen zuhause lieber mehr anbieten als zu wenig. Man symbolisiert dadurch die Freude, die man über den Gast empfindet und wird auch immer bestrebt sein, dafür zu sorgen, dass der Gast die besten Stücken erhält. Sollten Sie in eine syrische Familie eingeladen werden, gilt es auch noch ein paar andere Kleinigkeiten zu beachten:
Gegessen wird mit der rechten Hand, da die linke Hand als unrein gilt. Des Weiteren muss man als Gast in Syrien ordentlich Hunger mitbringen, da nur solange gegessen wird, wie dies auch der Gast tut. Als Besteck benutzt man meist ein dünnes Fladenbrot .

Eine Auswahl der üblichsten Vorspeisen:
Hummus –  pürierte Kichererbsen, die meistens mit etwas Olivenöl und Pfefferminze serviert werden
Falafel – sind aus Kichererbsenbrei geformte Bällchen, die frittiert werden
Ful – ist das arabische Wort für Bohnen, womit meistens große braune Bohnen gemeint sind, die gekocht serviert werden
Taboulé – ist ein Salat aus Petersilie, Pfefferminze, Tomaten und Bulgur
Mutabbal – ist eine Paste, die aus pürierten Auberginen, Sesam und Olivenöl besteht
Fatousch – ist ein Salat, dessen Besonderheit darin liegt, dass ihm gebackenes oder gebratenes Brot hinzugefügt wird
Kibbeh – sind frittierte Hackfleischbällchen
Waraq Ainab – sind Weinblätter, die mit Reis und Fleisch gefüllt sind

Hauptspeisen
Die Hauptgerichte variieren  je nachdem, ob man an der Küste ist, wo es viel Fisch gibt oder ob man im Landesinnern isst, wo gegrilltes Fleisch das Hauptgericht ausmacht. Die geläufigsten Varianten sind Schisch Kebab und Schisch Tavuk. Mit Schisch Kebab werden zweierlei Dinge bezeichnet, in beiden Fällen handelt es sich um Lammfleisch, nur dass es in der einen Variante gewürfelt und auf einem Spieß gegrillt wird und in der anderen als Hackfleisch den Spieß ummantelt. Schisch Tavuk bezeichnet gewürfeltes Hühnerfleisch, das gemeinsam mit Gemüse gegrillt wird.
Ist man in der Wüste zu Gast, kann man Glück haben und Mansaf serviert bekommen, das der Küche der Beduinen entstammt. Mansaf wird auf einem riesigen Teller (ein Meter Durchmesser ist dabei der Standard) serviert und hat Reis als Grundlage, der gleich einem Berg auf dem Teller liegt und bis an den Tellerrand reicht. Der Reis ist durchsetzt von Nüssen und Trockenfrüchten und bedeckt mit Hammelfleischstücken. Über das Ganze wird Laban, ein in der arabischen Welt verbreiteter Joghurt gegeben, der aus Milch von Kühen, Kamelen, Schafen oder Ziegen gewonnen sein kann. Für Mansaf verwendet man meistens Laban aus Schafsmilch.
Getränke
An dieser Stelle soll auf vier Getränke eingegangen werden, an denen man in Syrien nicht vorbeikommt. Das geläufigste Getränk, das die Syrer zu jeder Tageszeit reichlich zu sich nehmen, ist Tee. Die Zuckermenge, sie ihrem Tee hinzufügen, ist zuweilen beachtlich.
Kaffee wird dagegen nur als Zeichen der Gastfreundschaft gereicht. In der Regel geschieht dies beim Verlassen eines Restaurants oder der Beendigung eines Besuchs. Der Kaffee wird aus winzigen Tassen getrunken und ist sehr stark. Eine Besonderheit ist, dass dem Kaffee Kardamom beigemengt wird, wodurch der Kaffee einen ganz eigenen Geschmack erhält
Als Nationalgetränk Syriens gilt aber der Arak. Arak ist ein Destillat, das aus Wein hergestellt wird und dem man Anis hinzufügt. Serviert wird Arak in der Regel so, dass man dem puren Schnaps Wasser hinzufügt und dann noch ein paar Eiswürfel ins Glas gibt.


Rezepte

Auberginenmus

2  Auberginen
250 g Joghurt
Sesampaste / Tahine (2 EL)
2 Knoblauchzehen
Olivenöl (1-2 EL)
Salz

Zubereitung
Stechen Sie mit einer Gabel oder einem ähnlichen Gegenstand Löcher in die Auberginen und backen Sie diese im Ofen ca. 30-45 Minuten so lange, bis die Haut geröstet wird. Ziehen Sie anschließend die Haut der Auberginen ab und pürieren Sie das Fruchtfleisch mit Joghurt, Tahine (Sesampaste), je nach Geschmack Knoblauch, Olivenöl und Salz.


Avocado - Sesam – Dip

2      Avocado, in Stücke zerteilt
5 EL     Sesampaste (Tahina)
2      Zitronensaft
2      Knoblauchzehendurchgedrückt
1 TL     Kreuzkümmel, gemahlen
Salz
Cayennepfeffer, evtl.


Kibbeh (Syrische Spezialität)

Für vier - sechs Personen
Teig:
1/2 kg Lammfleisch oder mageres Rindfleisch
1/2 kg Bulgur (Feine Weizengrütze)
2 Esslöffel Kreuzkümmel
1 Esslöffel Salz
2 Esslöffel Zimt
3 Esslöffel Paprikapulver Edelsüß

Füllung:
1 kg Hackfleisch
2 große Zwiebel
Prise Salz und Pfeffer
Prise Zimt
Pinienkerne & Walnuss Stücke (kein muss, je nach Geschmack)
2 Esslöffel Granatapfel-Sirup  


Zubereitung
Das Lammfleisch von Fett und feiner Haut entfernen, in Würfel schneiden und im Zerkleinerer zu einer butterweichen ähnlichen Paste verarbeiten.Währenddessen den Bulgur mit Salz, Kümmel, Zimt und Paprikapulver in einer großen Schüssel vermischen und mit ca. zwei Tassen Wasser, für 20 Minuten einziehen lassen. Wenn der Bulgur zu trocken ist, immer wieder etwas Wasser dazu geben.
Während dieser Zeit könnt ihr schon einmal mit der Füllung beginnen.
Für die Füllung wird das Hackfleisch mit der Zwiebel angebraten, Pinienkerne, Pfeffer, Zimt dazu gegeben und mit Salz abgeschmeckt. Das Ganze lässt man ca. 5-10 Minuten braten und stellt es zum Abkühlen auf die Seite. Wer mag kann zum Abkühlen den Granatapfel-Sirup dazu mischen.
Nun müsst ihr den Bulgur zu einem leichten Teig kneten. Sobald es sich besser kneten lässt, dass Lammfleisch langsam dazugeben und immer weiter durchkneten bis es zu einem festen Teig wird.
Nun nimmt man etwas von dem Fleischteig und formt ein walnussgroßes Bällchen, das mit dem Zeigefinger vorsichtig ausgehöhlt wird. Je dünner die Teigschicht dabei wird, umso besser. Sie darf aber nicht reißen. In die Öffnung kommt etwas von der Füllung, bis es knapp nach oben voll ist und aber noch trotzdem gut mit dem Fleischteig umschlossen werden kann. Nach dem Füllen, die Kibbeh in die traditionelle ovale Form bringen.
Die fertigen Kibbeh in reichlich Öl frittieren, bis diese eine schöne braune Farbe angenommen haben.

Mahmra /Paprika-Pizza
Für ca. 24 Stück

Für den Teig
1kg Mehl
Salz, Wasser
1 Würfel Hefe

Für den Belag
6 Paprika
2 Zwiebel
2-3 Esslöffel Olivenöl
1 Teelöffel scharfe Pul Biber (getrocknete Chilli) erhältlich beim Türken
wer es scharf mag gerne auch mehr
1 Teelöffel Habet elBarakeh (Schwarzkümmel-Samen)
Prise Salz


Zubereitung:
=> Mehl in etwas Wasser auflösen, Salz dazu,  nach und nach restliches Wasser und Mehl dazu geben und gut durchkneten. Mit dem Wasser immer etwas sparsam umgehen, ansonsten muss immer wieder etwas Mehl dazu. Mindestens 5 bis 10 min kneten und danach mit einem nassen Tuch für ca eine halbe Stunde ruhen lassen.

=> Nach der Ruhezeit auf einem Blech kleine, halbflache Bällchen formen  (ca. 4 cm Durchmesser) und wieder mit einem nassen Tuch für ca 10-15 min ruhen lassen bis sie gut aufgehen.

=> In der Zwischenzeit könnt ihr den Belag vorbereiten.
Paprika fein mixen, die Zwiebel fein hacken und mit der Paprika dem Öl, der Habet e lBarakeh und eine Prise Salz gut mischen.

=> Backofen auf 250° vorheizen.

=>  Etwas Öl verbreiten und mit den Fingern die Teigbällchen zu einer kleiner Pizza verarbeiten. Der Boden sollte ca. 1 cm dick bleiben. Auf ein Blech passen  6 Stück. Nun ca. einen Esslöffel vom Belag darauf streichen, aber achtet darauf, dass es nicht zu viel wird.

=> Für ca. 5-6 min backen.


Damaszener Hummus

1 Dose  Kichererbsen (400 - 500 g)
2 EL  Sesampaste (Tahina)
Zitronensaft von 2 oder 3 Zitronen
4  Knoblauchzehen, durchgepresst
1 Bund Petersilie, kein Muss, dient nur zur Deko
Öl, neutrales, nichts Bitteres
2 EL Kreuzkümmelpulver (Cumin), evtl. mehr
1 Chilischote scharf, getrocknet, fein gehackt
1 EL Currypulver
 Salz und Pfeffer
 evtl.Paprikapulver, rosenscharf
      
Zubereitung

Zunächst muss man sagen, dass man natürlich auch frische Kichererbsen verwenden kann. Dies dauert mit Einweich- und Kochzeit natürlich länger. Der Geschmacksunterschied ist meiner Meinung nach nicht so groß, als dass sich das lohnt. Mein Vater sagte mir, dass sie es in Damaskus auch schon mit Kichererbsen aus der Dose gemacht haben. Man muss einfach darauf achten, dass die Kichererbsen in der Dose von guter Qualität sind
Zunächst die Kichererbsen abseihen und die Flüssigkeit auffangen.

Die Kichererbsen mit der Tahina, dem Knoblauch, etwas Zitronensaft (nicht alles auf einmal, besser nachwürzen), der Chilischote, dem Curry, etwas Salz und 2 EL Cumin in den Mixer geben. Zunächst ein Glas der aufgefangenen Kichererbsenflüssigkeit und 3 - 4 EL Öl dazugeben und mixen.

Wenn die Konsistenz zu dick ist, peu à peu ein wenig mehr von der Kichererbsenflüssigkeit dazugeben, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist. Mit weißem Pfeffer, Salz, Cumin und Zitronensaft abschmecken.


Taboulé

1/2 Tasse Bulgur
1/2 Tasse heißes Wasser
2 Bund glatte Petersilie
2 EL   Öl
2 Zitronen
4 Tomaten
1 Zwiebel
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Den Bulgur in eine Schüssel geben und mit dem heißen Wasser übergießen. Den Bulgur ca. 30 Minuten quellen lassen.
Nun die Zwiebel in feine Streifen schneiden und mit dem Bulgur vermischen. Die Petersilie grob hacken und unter den Bulgur mischen.
Jetzt werden die Zitronen ausgepresst. Den Zitronensaft mit dem Öl vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Diese Marinade wird nun über das Tabouleh gegossen.
Die Tomaten fein würfeln und ebenfalls unter das Tabouleh mischen. Anschließend den Salat ca. 1 1/2 Stunden bis zum Verzehr ziehen lassen.


Syrischer Zitronenkuchen

325 g  Zucker
5 EL  Zitronensaft und 1 EL Orangenblütenwasser
60 g  Butter
200 g  Grieß (Hartweizengrieß)
1/2 TL  Backpulver
1 TL  Zitronenabrieb
300 g  Joghurt (Sahnejoghurt)
geschälte Mandeln
Butter für die Form

Zubereitung
Für den Sirup 150 g Zucker mit 300 ml Wasser und dem Zitronensaft unter Rühren aufkochen. Bei starker Hitze ca. 10 Minuten kochen, bis die Zuckerlösung dickflüssig wird. Den Sirup vom Herd nehmen und beiseite stellen.

Den Backofen auf 175°C (Umluft 160°C) vorheizen.

Die Butter schmelzen und wieder auf Handwärme abkühlen lassen. In einer Schüssel den Grieß mit Backpulver und 175 g Zucker mischen, die Zitronenschale hinzu geben und die flüssige Butter und den Joghurt unterrühren.
Eine flache Auflaufform (25 cm x 25 cm) gut mit Butter ausstreichen. Den Grießteig einfüllen und die Oberfläche glatt streichen. Die Form in den Ofen schieben und den Grießteig 15 Minuten vorbacken.
Die Mandeln halbieren und gleichmäßig auf der Teigoberfläche verteilen. Den Kuchen weitere 40 - 50 Minuten backen, bis die Oberfläche schön gebräunt ist.
Aus dem Ofen nehmen und den Kuchen in Rechtecke schneiden. Den abgekühlten Sirup mit dem Orangenblütenwasser mischen und gleichmäßig über den Kuchen träufeln. Bei Zimmertemperatur ca. 1 Stunde ziehen lassen.


Quellen
http://www.fantacine.com/Q7ODVL9PG/
https://www.clisap.de/de/clisap/ueber-uns/news/befragung-zur-jahrhundertduerre:-syrische-umweltfluechtlinge-nicht-an-protesten-beteiligt/
http://www.hudaworld.com/2014/03/rezept-fur-halawet-al-jibben-sue.html


Recherche: Anna Schmalz   

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