Fachlehrer

Wir bilden Fachlehrkräfte für die bayerischen Mittel- und Realschulen sowie Sonderpädagogischen Förderzentren aus.

Ausbildung

Die Ausbildung umfasst 4 Jahre. Unterrichtet wird in kleinen Gruppen Werken, IT, Kunst oder Sport.

Bewerbung

Eine Bewerbung ist mit einem mittleren Bildungsabschluss bereits möglich, wenn ein Eignungstest abgelegt wurde.

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Jorge Bucay: Komm ich erzähle dir eine Geschichte.

Hattest du jemals das Gefühl, dass dir alles zu viel wird?

Die Schule, der Job, die Familie, die Freunde oder die ständigen Anforderungen? In solchen Momenten wünscht man sich doch nur noch einfach wieder ein unbesorgtes Kinderleben zu führen oder einen untypischen Therapeuten…

Ja, keinen Therapeuten, der dich von dem spießigen Wartezimmer in den klinisch weißen Raum begleitet, um dich dann zu bitten auf der ach so gemütlichen Liege Platz zu nehmen, um über deine Probleme zu sprechen, die er dann ordentlich auf einen Bogen Papier auf seinem klischeehaften Klemmbrett festhält. Nein, so einen Therapeuten meine ich nicht.

Stell dir vor, du hättest einen Therapeuten, der sich selbst „den Dicken“ nennt und dich im lässigen Hawaiihemd und Shorts in seine Wohnung bittet, du in einem schrillen blauen Ledersessel Platz nehmen kannst und bei einer heißen Tasse Mate-Tee über den Trubel in deinem Leben reden könntest. Einen Therapeuten, der dich nicht wie einen von hundert überarbeiteten Menschen des 21. Jahrhundert behandelt, sondern wie einen Freund, der sich in einer schwierigen Zeit befindet.

Dieser Therapeut ist real. Er heißt Jorge Bucay und schreibt nebenzu Taschenbücher.

Eines seiner Bücher heißt „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“. Es ist kein Roman, kein Krimi, kein Science-Fiction und kein Ratgeber. Es ist eine Geschichtensammlung und es greift genau die Handlung auf, die ich oben beschrieben habe. Im Grunde geht es um einen Menschen wie du und ich, er heißt Damian und ist mit seinem Leben im Moment heillos überfordert. Daher sucht er diesen atypischen Therapeuten auf, der ihm durch kleine Geschichten – die Metaphern für Damians Probleme darstellen – zeigt, sich selbst dabei zu helfen, besser zu leben.

In der ein oder anderen Geschichte kann man auch sich selbst mit seinen eigenen alltäglichen Problemen erkennen und über manchen Rat von dem geschichtenerzählenden Therapeuten musste ich schon etwas länger nachdenken (oder ab und zu mal schmunzeln). Außerdem kann man Bucays Geschichten ganz wunderbar weitererzählen. Also ist es ein Geheimtipp für Träumer und Buchliebhaber!

Leseprobe:

Der Bumerangziegel

An diesem Tag war ich sehr aufgebracht. Ich hatte schlechte Laune und alles ging mir auf die Nerven. Mein Verhalten im Sprechzimmer war gereizt und wenig produktiv. Alles, was ich tat, und alles was ich besaß, war mir verhasst. Vor allem aber war ich wütend auf mich selbst. […] Ich hatte das Gefühl, mich selbst nicht ertragen zu können.

„Ich bin ein Idiot“, sagte ich mehr zu mir selbst. „Ein Riesenesel…Ich hasse mich.“

“Na schön, Damian, die Hälfte der Anwesenden in diesem Sprechzimmer hasst dich. Die andere wird dir eine Geschichte erzählen.“

Es war einmal ein Mann, der ging mit einem Ziegelstein in der Hand durch die Welt. Er hatte beschlossen, jedem, der ihm querkam und ihn zur Weißglut brachte, einen Schlag mit dem Ziegelstein zu verpassen. Etwas barbarisch diese Methode, aber wirkungsvoll, nicht wahr? Eines Tages lief ihm ein ziemlich arroganter Freund über den Weg, der ihm etwas unmanierlich daherkam. Seiner Maßregel getreu, griff der Mann nach seinem Ziegel und warf ihn. Ich weiß nicht, ob er getroffen hat, Tatsache ist, dass er anschließend den Ziegelstein wieder holen musste, und das war ihm lästig. Also setzte er alles daran, das „System zur Wiedererlangung des Ziegelsteins“, wie er es nannte, zu verbessern. Er band den Ziegel an eine Schnur von einem Meter Länge und trat damit auf die Straße. Das System hatte den Vorteil, dass sich der Stein nie allzu weit entfernte, aber bald stellte sich heraus, dass die neue Methode auch ihre Mängel hatte:

Einerseits durfte sich die feindliche Zielperson nicht weiter als einen Meter von ihm entfernt aufhalten, andererseits musste er, nachdem er den Ziegelstein geworden hatte, die Schnur wieder aufwickeln, weil sie sich oft verwirrte und verknotete, was noch zusätzliche Mühen mit sich brachte. Also machte sich der Mann an die Entwicklung des „Systems Ziegel III“. Im Mittelpunkt stand weiterhin besagter Ziegel, aber dieses System war, statt mit einer Schnur, mit einer Sprungfeder ausgestattet. Der Stein konnte also unendlich oft abgeworfen werden und kam jedes Mal von selbst zurück. So war es zumindest geplant. Als der Mann mit dem neuen Modell auf die Straße trat und sich der ersten Anfechtung ausgesetzt sah, warf er den Ziegel. Er hatte sich verkalkuliert, der Stein verfehlte sein Ziel, und nachdem sich die Feder ausgelöst hatte, kam der Ziegel zurück und traf den Mann genau am Kopf. Er versuchte es noch einmal und verpasste sich einen zweiten Schlag – er hatte die Entfernung falsch berechnet. Einen dritten, weil er den Stein zu zeitig losgeschleudert hatte. Ein vierter Versuch war von besonderer Natur, denn nachdem der Mann sich einmal für ein Opfer entschieden hatte, wollte er es zugleich vor seinem eigenen Angriff schützen, und so traf der Stein wiederum ihn selbst am Kopf,  wo er eine riesige Beule verursachte. Er fand nie heraus, warum es ihm nicht gelingen wollte, jemandem einen Ziegelstein an den Kopf zu werfen: Lag es an den vielen Schlägen, die er selbst hatte einstecken müssen, oder an irgendeiner seelischen Deformation? Alle ausgeteilten Schläge trafen stets ihn selbst. […]

„Es wäre natürlich wunderbar, wenn man sich gar nicht erst aufregen müsste, und trotzdem, wenn Wut, Hass oder Sorgen einen überkommen, ist der einzige Weg, sie wieder loszuwerden, der, sie in Handlung umzusetzen. Das Gegenteil bewirkt früher oder später nur, dass man wütend auf sich selbst wird.“

Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen - Erwachsenen, damit sie aufwachen.

Charlotte Kraus

 

Andrew Sean Greer: Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli

"Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen", beginnt Max Tivoli die unerhörte Geschichte seines Lebens, das sich in einem Detail von dem aller anderen unterscheidet: Alt geboren wird er seinem Ende entgegen zum Kind.

Tatsächlich erstaunliche Geschichte in wunderbarer Sprache, die einem durch den oscarnominierten Film Der seltsame Fall des Benjamin Button mit Brad Pitt in der Hauptrolle bekannt vorkommt. Dieser beruft sich jedoch auf die Erzählung "The Curious Case of Benjamin Button" von F. Scott Fitzgerald, die er in einer modernen Version frei adaptiert.

 

Jakob Arjouni: Idioten. Fünf Märchen

Was, wenn einem eine Fee einen Wunsch gewährt? Einziger Haken: Die Klassiker, also Wünsche betreffend Unsterblichkeit, Gesundheit, Geld und Liebe, sind ausgeschlossen. Außerdem hat, wie alles im Leben, auch die Wunscherfüllung zwei Seiten. Fünf moderne Märchen über Menschen, die sich lieber blind den Kopf einrennen, als einen Blick auf sich selber zu wagen – Menschen also wie Sie und ich.

 

llustrationen zu Idioten. Fünf Märchen der Gruppen G3 und G4

 

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Jakob Arjouni: Chez Max

Wir befinden uns im Jahr 2064. Die Welt ist durch einen Zaun geteilt: hier Fortschritt und Demokratie, dort Rückschritt, Diktatur und religiöser Fanatismus. Doch das Wohlstandsreich will verteidigt sein, Prävention ist angesagt wie noch nie. Dies ist die Aufgabe der beiden Ashcroft-Männer Max Schwarzwald und Chen Wu, Partner - aber alles andere als Freunde.

Ein Roman von großer Aktualität. Arjouni erweist ein fast schon hellsichtiges Gespür für globale politische Entwicklungen.

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